Diesmal habe ich mir ein paar Gedanken zur Nachhaltigkeit gemacht. Früher wurde der Begriff nur in der Forstwirtschaft verwendet: “Wenn ich einen Baum umschneide, sollte ich einen anderen pflanzen.” Mittlerweile ist er mitten in der Gesellschaft angekommen, wo Klimawandel, wachsende Bevölkerung mit wachsenden Bedürfnissen und Artensterben die Themen des Tages sind.

Viele Firmen werden jetzt aktiv, und das ist auch gut so. Zumeist ist der Staat zu träge, um hier wirksame Maßnahmen zu setzen. Ein Anti-Paradebeispiel sind die USA, wo der Präsident keine Notwendigkeit für eine nachhaltige Wirtschaftsweise sieht. Zum Glück erkennen viele Firmen und Konzerne den Trend und unterstützen hierbei.Ganz zu schweigen von den vielen Menschen, Aktivisten und NGOs, die hier mehr oder weniger vehement auftreten (Fridays for future). Inbegriffen ist eine Polarisierung bis hin zu Spaltungen der Gesellschaft.

Nachhaltigkeit auf der Osterinsel: Ein Beispiel

Mir persönlich gefällt das Beispiel der Osterinsel in diesem Zusammenhang. Die Insel war vor 1000 Jahren von einem dichten Palmenwald bedeckt, der Austrocknung und Erosion verhindert hat. Auch die Ernährung der Bevölkerung wurde wesentlich durch ihn unterstützt. Massive Abholzung in den nächsten Jahrhunderten hat zur Entwaldung geführt. Dadurch wurde die Lebensgrundlage für Menschen mehr und mehr eingeschränkt, sodass die Zivilisation zusammenbrach.

Der Bau der berühmten Statuen hat dabei eine große Rolle gespielt. Denn Holz wurde für Bau und Transport benötigt. Ich kann mir lebhaft vorstellen, dass es damals vorausschauende Menschen gab, die auf die bevorstehende Katastrophe hingewiesen und den Raubbau angeprangert haben. Heute wissen wir, dass ihre Warnungen zu spät kamen oder ignoriert wurden. Parallelen zu unserer gegenwärtigen Situation fallen mir wie Schuppen von den Augen.

Wachsendes Interesse an Nachhaltigkeit

Seit einigen Jahren entwickelt sich die Wirtschaft, angespornt von einigen Vorreitern sowie dem Kampf um die Gunst des Kunden mehr und mehr in Richtung der Nachhaltigkeit. Regionale Produktion und das Kaufen von regionalen Produkten wird zunehmend zu einem Werbeslogan und einer Marketingstrategie. Die Zahl der Kunden, denen das am Herzen liegt, wächst von Tag zu Tag.

Die Corona-Krise hat ihres dazu beigetragen, regionales Produzieren und Einkaufen zu fördern. Sogar über die Wiederaufnahme der Produktion von Medikamenten in Europa statt in Asien wird von Entscheidungsträgern laut diskutiert. Das Motto “think global – act local” scheint hier eine neue Form der Renaissance zu erfahren.

Nachhaltigkeit. Nachhaltig leben. Wald mit Bach und Wasserfall.
Nachhaltig leben – schon allein der Natur zuliebe.

Wie sieht Nachhaltigkeit für die Zukunft aus?

Man kann jetzt unterschiedlicher Meinung sein, ob die globale Erwärmung von Menschenhand gemacht oder aber ein Naturphänomen ist. Tatsache ist jedenfalls, dass die menschliche Art zu leben den Planeten ausbeutet und das Leben für Wildtiere und natürliche Ökosysteme immer schwieriger macht. Wir streben nach optimaler Nutzung der Kulturlandschaft, Effizienz um jeden Preis, um dann die Hälfte der mit hohem Aufwand erzeugten Lebensmittel wegzuwerfen.

“Tausche Geldgier gegen Nachhaltigkeit”

Da kann ich ja gleich umweltschonend produzieren, Bienen, Insekten und Umwelt erhalten, selbst wenn der Ertrag geringer ist. Wir haben hohe Hektarerträge in der EU durch intensive Landwirtschaft, mit Produktionskosten weit über dem Weltmarktpreis. Durch Steuergeld gestützt, wird unser Produktionsüberschuss in Entwicklungsländer verkauft. Er zerstört dort die Märkte und damit verbunden die kleinstrukturierte Landwirtschaft.

Diese Beispiele zeigen dass Nachhaltigkeit nicht nur bedeutet, jeden gefällten Baum zu ersetzen. Vielmehr ist sie ein umfangreicher komplexer Systemwechsel. Nicht nur Land- und Forstwirtschaft sind hier gemeint. Dieser komplexe Systemwechsel spielt in alle Bereiche unseres menschlichen Lebens hinein.

3 Grundpfeiler der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie und Soziales

Heutzutage wird Nachhaltigkeit von Fachleuten in drei Bereichen gefordert. Diese sind voneinander abhängig und bedingen einander. Ökologie, Ökonomie und Soziales sind die großen Themen, bei denen kein Stein auf dem anderen bleiben wird. Dieser Systemwechsel findet vor allem in uns statt, in jedem Einzelnen von uns. Jeder von uns entscheidet, welches System gefördert wird, ob der Nachhaltigkeit die Zukunft gehört oder der Ausbeutung von Mensch und Natur. Meiner Meinung nach führt kein Weg daran vorbei, eine Gesellschaft mit nachhaltiger Wertehaltung zu entwickeln.

Nachhaltigkeit: Drei-Säulen-Modell und Vorrangmodel (nach Felix Müller)
Nach Felix Müller (via Wikimedia, CC BY-SA 4.0)

Nachhaltig sein: Dieses Bedürfnis wird immer stärker

Ich will, dass in meinem Garten auch morgen noch Gräser wachsen und Blumen blühen, auf denen Bienen und Schmetterlinge herumfliegen und Nektar suchen. Dass ich am Morgen von Vogelgezwitscher geweckt werde, weil ich beim Schlafen das Fenster offen lassen kann. Nicht nur am Land, sondern auch in der Stadt kann das eine Realität sein. In meinem Garten verwende ich kein Gift, auch wenn ich dann von Hand die Unkräuter auszupfen muss.

Dafür weiß ich allerdings, die Himbeere oder das Radieschen sind einfach so gewachsen, in der Sonne gereift und haben keine Chemikalien erlebt. Das ist meine persönliche Art Nachhaltigkeit zu leben. Diese erwarte ich auch für ein Leben in der Stadt sowie bei Produkten, die ich für meinen Alltag einkaufe und verwende.

Nachhaltigkeit. Nachhaltig leben. Violette Waldblumen.
Nachhaltigkeit lässt sich sowohl am Land wie auch in der Stadt leben.

So setze ich Nachhaltigkeit im Alltag um

Angefangen von meiner Ernährung, die genussvoll und ökologisch sein soll, über das Wohnen in Häusern und Wohnungen, die energieschonend und umweltschonend gebaut bzw. betrieben werden.

Weiter zur Körperpflege mit Pflegeprodukten, die sowohl mir als auch der Erde gut tun bis hin zur Bekleidung, die umweltfreundlich produziert wird. Über meine Wahl der Mobilität mit entscheidenden Folgen auf den ökologischen Fußabdruck und die Wahlmöglichkeiten, die ich bei meinem täglichen allgemeinen Konsum habe. Bis hin zur Gestaltung von Freizeit und Urlaubszeiten sowie der Offenheit für Weiterbildung und Lernen in diesen neuen Lebensumständen. Sogar das Geld verdienen ermöglicht mir, mich dem Thema “nachhaltig leben” zu widmen.

Mit Nachhaltigkeit Geld verdienen: Geht das überhaupt?

Bei diesem Thema prallen das neue und das alte Paradigma aufeinander. Wien, Mariahilferstraße: die größte Einkaufsstraße der Stadt leidet unter dem Autoverkehr, der kontinuierlich durch die Straße rollt. Unterirdisch verläuft die U-Bahn und erschließt die Region optimal. Die politische Entscheidung der Verkehrsberuhigung ist höchst umstritten und wird dennoch umgesetzt.

Mittlerweile ist die Straße eine Oase für den abendlichen Spaziergang. Ferner freuen sich Lokale und Geschäfte über gestiegene Umsätze und Popularität. Aufgrunddessen hat sich die Atmosphäre dieser Einkaufsmeile grundlegend geändert und erinnert an ein Ferienziel statt an eine Straße in der österreichischen Hauptstadt. Die Unternehmer sind begeistert, und andere Bezirke wollen nachziehen. Wo früher Autos standen, findest du jetzt Bäume und Schanigärten.

Noch nachhaltiger geht immer – es lebe das Green Business!

Dabei wird es nicht bleiben. Immer mehr Unternehmer und Unternehmen springen auf den “grünen” Zug auf. Waren diese Ideen vor 20, 30 Jahren noch in der Hand von sogenannten Spinnern und Weltverbesserern, so hat sich das konsequente Dranbleiben mittlerweile gelohnt. Immer mehr Kapital wird für Green Business und vergleichbare nachhaltige Konzepte freigemacht.

Dafür gibt es immer mehr und mehr Beispiele. Universitäten forschen an den Fragen der Änderung der Weltordnung in Richtung einer Low-Carbon Society. Das Thema ist nicht mehr wegzudenken. Auch der Druck der Anleger – Menschen wie du und ich, die nicht mehr in Waffen und Atomkraft investieren wollen, sondern in zukunftsträchtige Unternehmen – spielt hier eine Rolle. Nachhaltige Geldanlagen sind seit einigen Jahren am Markt und die Auswahl wird immer größer.

Heute habe ich einen jungen Mann kennengelernt, der für ein Unternehmen arbeitet, das “grünes” Crowdfunding anbietet. Startups mit nachhaltigen Ideen werden von dieser Firma mit Geld versorgt und können so ihre Visionen verwirklichen. Auch Banken haben diesen Trend erkannt und spezialisieren sich auf nachhaltige Gründungen sowie die Unterstützung moderner ganzheitlicher Konzepte.

Nachhaltig leben: Kleinigkeiten, die einen großen Unterschied machen

Ja, natürlich! Das beginnt mit den Kleinigkeiten. Unsere Gewohnheiten bestimmen, wie wir leben und was wir konsumieren. Viele reden immer vom Verzicht. Nachhaltigkeit, ökologischer Fußabdruck bedeutet für viele das Ende des Luxus, des schönen Lebens sowie des Wohlstandes. Darin spiegelt sich unser altes materialistische Weltbild. Die Sucht nach Konsum. Glück bedeutet: kaufen zu können und im Überfluss zu leben.

Doch Wohlstand ist nicht nur Überfluss und Konsumzwang. Wohlstand ist, wenn ich mich innerlich reich fühle. Wenn ich Zufriedenheit nicht nur aus dem Außen, sondern auch aus mir heraus fühlen kann. Oft sind wir uns nicht bewusst, welche Macht wir haben, indem wir entscheiden, in welche Richtung unser Geld fließt.

Nachhaltige Ernährung

Fortbewegen – aber bitte nachhaltig!

Lauter Themen, die in Summe viel ausmachen. Sobald wir die Bequemlichkeit sein lassen und unsere Gewohnheiten ändern.

Nachhaltigkeit ist alles andere als Einschränkung

Nachhaltigkeit und Systemwandel

Nicht nur der Einzelne ist gefragt, wenn die Zukunft auf dem Spiel steht. In erster Linie steht die Zukunft aller Menschen auf dem Spiel. Die Erde wird auch ohne uns weiterbestehen und eine Lösung finden, wie das Leben weitergehen kann. Wir Menschen sind an die Bedingungen gebunden, die wir seit Jahrtausenden kennen. Wir tun gut daran, diese Bedingungen nicht so rasant zu ändern, wie in den letzten Jahrhunderten seit der Industrialisierung.

Die Weltgemeinschaft als Einheit ist hier gefordert. Darüber hinaus ist der Prozess schon aufgesetzt, auch wenn er schleppend vor sich geht. Die ersten Gesetze für die Nachhaltigkeit existieren bereits. Zudem gehen viele Erklärungen die in die richtige Richtung. Die Regierungen werden von den Bürgern gewählt, sodass auch hier die Verantwortung bei jedem einzelnen von uns Menschen liegt.

Auch einer kleiner Stein, der ins Wasser geworfen wird, zieht Kreise.

Als Student war ich in der Hainburger Au in der Nähe von Wien und habe mich mit vielen anderen dafür eingesetzt, das geplante Kraftwerk zu verhindern. Dies ist eines der vielen Beispiele dafür, wie auch eine Minderheit Entscheidungen in eine nachhaltige Richtung lenken kann. Es ist müßig über die Vergangenheit zu philosophieren. Damalige Ideen für eine ökologische Veränderung hätten, so umgesetzt, heute einen ungeheuer wirksamen Effekt erreicht. Ähnlich wie Veränderungen, die wir heute treffen, in 10 Jahren einen merkbaren Effekt zeigen werden.

Worauf warten? Handle jetzt!

Was hält dich davon ab, jetzt eine Veränderung herbeizurufen? Jetzt dein Potential auszuschöpfen? Sowohl, was dein eigenes Leben wie auch deine Verantwortung als Erdenbürger betrifft? Sprich mit mir darüber und kontaktiere mich hier!

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